Kia Ora, New Zealand
|
||
View Larger Map |
![]() |
Tahmes – Coromandel – Whitianga – Whangamata – Rotorua – Whakatane – East Cape – Gisborne – Napier – Taupo – Whanganui – Wellington |
![]() |
Acht Tage | |
![]() |
2245 km | |
![]() |
280 Ø Km/Tag: | |
![]() |
Milch. Mit Kaffee. Umgehehrt und trotzdem gut. Kuestenstrasse von Thames nach Coromandel Ortschaft. Waiau Falls. Schnorcheln. Broken Hills Gold Mine. Te Puia Tour und Cultural Performance. Hot Pools (Kerosine Pool). Ohinematu Siedlung. Highway 38 am East Cape. Wow-Gefuehl an der Aurora Bay. Waihoa Bay ueber Nacht. Huka Falls. Andreas’ Bungy Jump. Whanganui River Road. |
|
![]() |
Kerosine Pool: Abtauchen bedeutet hier Lebensgefahr! Regen. Dauerregen. |
|
Blue Mountains
Wenn der rote Feuerball das endlos weite Wasser und die den Raum füllende Luft trennt, wenn sich die Feuerkugel glühend zwischen Ozean und Athmosphäre schiebt, wenn in tiefes Rot getauchte Wolken langsam die Dunkelheit der Nacht verdrängen, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf die Erde treffen – jungfräulich – dann wird ein neuer Tag geboren. Nur sieben Menschen möchten sich das Spektakel an diesem Dienstag anschauen. Sie gucken am östlichsten Punkt der Erde gebannt ins Wasser – stehts Richtung Horizont. Am East Cape in Neuseeland geht die Sonne als erstes auf und leutet einen neuen Tag ein. Zwei Stunden vor Australien, zwölf Stunden bevor Deutschland, sechzehn bevor Amerika. Nirgendwo anders auf dieser Welt beginnt ein Tag früher als hier.
Meine Kaffeetasse ist leider jetzt schon leer. Der Weg zum Leuchtturm vom Parkplatz war so lang, dass ich das schwarze Gold intus hatte, bevor ich hier oben angekommen bin. Ein Gefühl der Vollkommenheit überkommt mich, wenn der rot gefärbte Horizont fast zu explodieren scheint. Ich fühle mich geehrt, diesen Moment erleben zu dürfen – als erster Mensch auf der ganzen Welt die Sonne aufgehen zu sehen. Dieser Tag ist schon jetzt unvergessen und besonders zugleich. Denn am 19. Juli – genau vor einem halben Jahr – habe ich im Flieger nach Australien gesessen. Ganz genau sechs Monate später am östlichsten Punkt der Welt die Sonne die Himmelsleiter empor steigen zu sehen, macht den zweiten Teil meiner Neuseelandreise unbeschreiblich besonders.
Samstag, 17. Januar 2010
Aufwachen mit der Brandung und schwimmen unter dem Wasserfall. Kurz nach Thames parkten wir Freitagabend direkt am Abgrund neben einem Baum für die Nacht. (Siehe Foto im letzten Blogeintrag.) Mit dem Rauschen der Wellen einzuschlafen und wenige Stunden später von ihnen geweckt werden – wer braucht einen anderen Wecker? Der erste Tag dieses Reiseabschnittes beginnt mit einer schwer in Worten zu beschreibenden Küstenstraße, die enger an dem Abgrund gar nicht hätte verlaufen können. Uralte Bäume mit mystisch verwinkelten Stämmen und Ästen wachen zwischen der Wasserfront und dem teilweise steilen Klippen – meist mit Wäldern übersäht – auf der anderen Seite der Straße über die vorbeifahrenden Autos. Fast nur locals, Einheimische, und nur ganz wenige Touristen verirren sich in die Gegend. Das macht sie noch besonderer. Die unglaublich kurvige (und touristische) Great Ocean Road in Australien ist eine Lachnummer verglichen mit den Straßen hier. Kurz vor der Coromandel Ortschaft schlengelt sich die Straße weg vom Ozean langsam serpentinenartig einen Berg hinauf, etwas ins Inland. Wir brausen an trocken-gelben Wiesen mit Schafen vorbei und in der Ferne offenbart sich die wunderschöne Bucht vor der Coromandel mit ihren hunderten kleinen Inseln. Traumhaft.
Doch kurz bevor wir in die kleine Ortschaft gelangen, machen wir einen lohnenswerten Abstecher über die Straße 409. Zuerst geht es zu Siamesischen Kauri-Bäumen, die am Stamm miteinander zusammengewachsen sind, weil sie schlichtweg zu breit wurden. Unfassbar malerisch sind die nahegelegenen Waiau Falls, umringt von Wald und Grün. Hunderte Liter Frischwasser prasseln mit voller Wucht in ein Wasserbasin, das zum Schwimmen nur einlädt. Auch wenn es ziemlich kalt ist, lassen wir uns dieses erfrischende Bad in unglaublich tollem Ambiente nicht entgehen.
Die kleine Ortschaft Coromandel ist lediglich einen Fotostop wert. Das Benzin ist fast 20 Cent teurer hier und die Hauptattraktion (ich habe schon wieder vergessen, was es war) uninteressant für uns… Auf dem Weg zu einem der Neuseeland-Highlights in dieser Gegend schlengeln wir uns steile Straßen hinauf, vorbei an Aussichtspunkten die wie Terassen über traumhafte Buchten zum verweilen einladen.
Als wir an unserem nächsten Ziel ankommen, begrüßen uns hunderte von Menschen. Nicht, dass sie auf uns gewartet hätten – aber woher kommen sie nur? Wir stellen erneut fest, dass Menschen wie Magnete angezogen werden von den Magnet-artig beschriebenen Highlights in den vielen Reisebroschüren. Für uns hat es etwas Gutes, denn wie der Zufall so will, treffen wir hier Jeroen und Mies (die ich schon aus Australien kannte), tauschen unsere neuen Handynummern aus und vereinbaren uns bald auf einen neuen wunderschönen Abend zu treffen. Doch zuvor wurden Badehose und FlipFlops angezogen und ab ging es. Nach ca. 150 Metern am Strand, vorbei an sich in der Sonne bräunenden Touristen, kommen wir in einen Bereich zwischen Felsen, der übervoller nicht sein kann. Menschenmassen drängen sich hier um den besten Platz im Sand: ein Loch, welches sie erst buddeln müssen. Und wenn sie das geschafft haben – bei dem warmen Wetter – werden sie belohnt: Mit heißem Wasser. 170 Millionen Jahre altes Magma, das hier nicht sehr tief unter der Erdoberfläche lagert, erhitzt sinkendes Regenwasser. Dieses steigt auf und tritt mit 60 bis 65 Grad an die Oberfläche. Durch das Buddeln der kleinen Löcher erschaffen die Touristen quasi ihre eigenen Badewannen, in denen sie es gut und gerne zwei, drei Stündchen aushalten. Dann kommt die Flut und ebnet die Badewannen zu einem geraden Sandstrand. Perfekt für neue Touristen, die bei der nächsten Ebbe gewiss wieder mit Schaufeln bewappnet am Hot Water Beach nach heißem Wasser buddeln werden… Ein Spektakel fast schöner anzusehen als selbst zu erleben.

Heiss, heiss, baby! Nur waehrend Ebbe koennen die abenteuerhungrigen Touristen Loecher in den Sand buddeln, um das Wasser der heissen Quellen wie in einem Pool zu sammeln. Die sonst so menschenleere Coromandel-Insel ist hier voll von Touristen.
Nicht weit entfernt vom Hot Water Beach erleben wir ein kleines Great Ocean Road-Revival. Über einen recht langen Spazierweg durch Wald und an steilen Klippen vorbei gelangen wir an eine wunderschöne Kathedralen-Höhle am Strand. So zumindest ist die deutsche Übersetzung des Namens: Cathedral Cove. Wie an der Great Ocean Road auch, haben mächtige Wellen in jahrhunderte langer Arbeit an den schroffen Felsen der Küste geknabbert. Einige sind zusammengebrochen, andere stehen als kleine einzelne Klippen immer noch im Wasser empor und trotzen den an ihnen brechenden Wellen. Der Felsen, der Cathedral Cove genannt wird, wurde so unterspült, dass man durch ihn hindurch an einen anderen Strand gehen kann. Selbst wenn das Wetter an diesem Tag kein Highlight war – der Strand war es auf jeden Fall. Voller Elan sollte schließlich der beste Schnorchel-Spot in der Gegend unsicher gemacht werden – von wegen. Weil es bewölkt und diesig war, haben wir unseren Schnorchelgang an der Gemstone Bay nach 10 Minuten abgebrochen. Doof.

Die maechtigen Felsen an der Cathedral Cove in Neuseeland erinnern an die Felsen der Great Ocean Road in Australien
Bevor wir im Puketui Tal zum ersten Mal im zweiten Teil meines Reiseberichts zu Bett gingen, sind wir auf einen abendlichen Wanderweg aufgebrochen. Mit unseren neuen Wanderschuhen bewappnet, ging es steil den Berg hinauf. Fast außer Atem oben angekommen und mit einer wahnsinnigen Aussicht belohnt, war das Highlight noch nicht erreicht: Auf dem Weg hinunter sind wir an der Broken Hills Gold Mine vorbeigekommen. Und weil Minen meistens durch Berge und nicht an ihnen vorbei gehen, ging unser Wanderweg auch durch den Berg. Stockfinster tief in den Berg hinein ging der kleine zwei Meter breite und unter zwei Meter hohe Schlauch. Mit unseren Kopflampen bewappnet sind wir rein. Wie lange haben die Bergarbeiter, die damals nach Gold suchten, wohl für diesen Tunnel gebraucht? Von der Felsdecke tropft unentwegt Wasser, die Wände sind matschig, schleimig. Plötzlich stehen wir vor einer Kreuzung – keine Ahnung was der offizielle Weg ist… Wir entscheiden richtig: Weit entfernt leuchtet ein kleiner heller Punkt: Das Licht am Ende des Tunnels… Wir gelangen an eine andere Gabelung, doch die Seitenwege sind mit Türen versperrt. Das macht sie umso interessanter. Durch die Gucklöcher in der Tür erspähen wir einen Abgrund auf der einen Seite und einen alten und verrosteten Minenwagen auf der anderen. Untergangsstimmung? Nach rund 500 Metern erblicken wir wieder Tageslicht. Es ist wärmer als im Tunnel – doch nicht viel heller. Da es schon recht spät ist, hat die Dämmerung spürbar eingesetzt. Wir machen uns schnell auf den Weg zurück ins Auto.

Eingang der Broken Hill Goldmine. Mit Taschenlampen bewaffnet machen wir uns als Einzige auf den Weg durch den laaaangen Tunnel. Wir sehen das Ende nicht. Unentwegt tropft Wasser von der Decke. Die Waende sind matschig.

Beklommenheit: Wie schwer muss es damals gewesen sein, den Tunnel zu buddeln? Wie viel Energie, wie viel Power wurde wohl benoetigt?
Sonntag, 18. Januar 2010
Faule Eier stinken. Rotorua auch. Faule Eier stinken weil sie schlecht werden. Rotorua stinkt sowieso… Recht zentral im Inland der Nordinsel gelegen ist die Stadt Rotorua umhüllt von faulem Eiergeruch. Schwefel steigt hier aus den Tiefen der Erde auf und ist verantwortlich für den miesen Gestank – und die vielen Touristen, die das total toll finden. Aber sie kommen nicht wegen des Gestanks: Die Gegend um Rotorua dampft. Überall gibt es heiße Seen und Flüsse und vor allem morgens und abends – wenn die Luft kühler ist – dampft es unentwegt. Zum Highlight der Nordinsel für viele Touristen wurde Rotorua aber vor allem wegen der Geysire. Nur 1000 gibt es auf der ganzen Welt, 500 davon im Limestone National Park in Amerika, 200 in Island und rund 100 hier in Neuseeland. Die anderen 200 sind auf der Welt verstreut. Aber Rotorua bietet noch mehr: Kulturell kann man in der Stadt unglaublich viel über die ersten Bewohner der Insel, die Maori, erfahren. Wir haben uns für eine gute Kombination entschieden und sind in den Park „Te Puia“ gefahren. Hier gibt es neben den Wasserdampf speienden Geysiren, Becken voll von Matschpools, die aufgrund des Schwefels vor sich hin blubbern und aussehen wie riesige Pötte voll mit Schokolade, auch Informationen über die Maori-Kultur. Von unserem Guide – unglaublich lustig und informativ – habe ich viele Dinge gelernt, die mir (leider) noch nicht so bewusst waren: Maori ist, neben englisch, die offizielle Landessprache Neuseelands. Maori sind vor rund 1000 Jahren von kleinen pazifischen Inseln als Entdecker nach Neuseeland gekommen, weil ihre Inseln überbevölkert waren. Sie lebten (und leben teilweise immer noch) in Neuseeland als kleine Völker – weit verstreut vor allem über die wärmere Nordinsel. Heute haben rund 15 % der 4,4 Millionen Neuseeländer Maori-Abstammung, nur 5 % der 15 % allerdings sind von der Blutlinie her reine Maori, der Rest ist mittlerweile mit dem Blut der erst Ende des 18. Jahrhunderts nach Neuseeland gekommenen Europäer vermischt. 90 % aller Maori leben auf der Nordinsel, weil es hier wärmer ist. Neben der Führung und den speienden Geysiren durften wir an einer traditionellen Maori-Begrüßungszeremonie teilnehmen, die festlich musikalisch war.

Maori-Kultur: Mitten im Dorf oder einer Siedlung von Maori findet man ein Haus, in dem sich das Volk versammeln kann. Aehnlich wie eine Stadt- oder Festhalle.

Skeptisch wachen die anderen Maori ueber die Zeremonie. Eine ernste Angelegenheit: Lachen ist verboten. Nur wenn unser Haeuptling alles richtig macht, werden wir eingeladen...

Die ausgestreckte Zunge soll die Macht und Grausamkeit demsonstrieren. Eines der vielen Maori-Rituale, die sich auch in Skulpturen immer wieder finden.
Abends wurden wir nach so viel Kultur und Schwefel schließlich lebensmüde: Wir trafen uns mit Jeroen, Mies und (der neuerdings mit ihnen reisenden) Marieke an einem kleinen, süßen Flüsschen mit Kaskaden und Wasserfällchen. Nicht nur war der Fluss schon zum Anschauen wunderschön: Drin planschen war umso schöner: Rund 43 Grad hat das Wasser – konstant. Rund um Rotorua ist eben alles heiß…
Was wir leider nicht wussten: Wer hier planscht und nicht aufpasst, ist in der Tat lebensmüde! Begeistert von dem heißen Wasser sind wir den Wasserfall runtergesprungen, haben uns zum Gruppenfoto gemeinsam hintenüber fallen lassen – und und und. Bis, ja bis eine freundliche Dame auf uns zu kam und sagte, dass die in dem Wasser enthaltenen Bakterien zu Hirnhautentzündung führen können, wenn sie die Nasenschleimhaut berühren. Na herrlich… Tauchen oder hinten rüber plumpsen lassen ist da förderlich… Mit einem sehr mulmigen Gefühl im Magen sind wir fünf daher diese Nacht ins Bett gegangen. Die Beschwerden – Kopfschmerzen und Erbrechen – würden nach drei bis sieben Tagen einsetzen… – Aber (und dies sei an dieser Stelle schon erwähnt) auch zehn Tage nach dem Wasserbad leben wir alle noch. Keine Beschwerden.
Montag, 19. Januar 2010
Bevor es Montagmorgen Richtung Eastcape ging, haben wir uns in Rotorua noch in der Siedlung Ohinematu umgeschaut. Aus den Gullideckeln steigt hier heißer Wasserdampf. Vor den Häusern sitzen Maori zusammen und genießen den Morgen. Kinder laufen schreiend einem Ball hinterher. Die Maori-Siedlung ist eher eine surreale Mischung aus modernem europäischen Lifestyle und alter Maori-Welt. Mitten in der Siedlung steht eine Kirche. Im Zuge der europäischen Einwanderung haben viele Maori-Stämme ihren alten Glauben an die zahlreichen Götter verloren – und sind (freiwillig?) zum christlichen Glauben übergetreten…
Meterhohe, schroffe mit sattgrünen Bäumen übersähte Klippen ragen aus den zahlreichen Seen auf dem Weg von Rotorua an die Ostküste. Sie heißen Lake Rotorua, Lake Rotoiti, Lake Rotoehu oder Lake Rotoma. Die sich zwischen Wasser, Felsen und Bäumen ihren Weg bahnende Straße führt uns bei bewölktem Wetter vorbei an im grün schimmernden Wasser spielenden Kindern, schwarzen Schwänen und Kajaks, durch dichten Wald und menschenleere Örtchen. Auf dem Weg zum Ostkapp, dem östlichsten Punkt dieses Erdballs, ist der Highway 38 an Schönheit kaum zu überbieten. 400 km pausenlose Küstenstraße, eine Traumbucht nach der anderen. Kaum hat man die Schönheit der ersten Bucht mit seinen Augen aufgesogen, taucht hinter meterhohen Felsen eine weitere Bucht auf. Stundenlang. Das Wasser hier ist unglaublich klar, so klares Meerwasser habe ich noch nie gesehen. Erstmals denke ich, dass Neuseeland vielleicht doch mehr zu bieten hat als Australien!? Rechts schroffe Felsen, grüne Wiesen, prächtige Wälder. Durch die vielen Wolken ist das auf meiner linken Seite gelegene Wasser türkis. Die knapp 400 km gehen größtenteils durch kaum bewohnte Gegenden. Die Population ist schwindend gering, teilweise fahren wir an Orten mit nur einem Haus weit und breit vorbei. Auf über 300 km gibt es nichts, was einem Geschäft gleicht. Sie würden es nie so nennen, aber ein bisschen ist das Ostkapp wie das Outback. Wer hier reist ist entweder gut vorbereitet oder muss für Milch, Brot und Sprit tief in die Tasche greifen… Der Highway führt uns vorbei an zahlreichen alten Maori-Stammestreffpunkten. Die Ureinwohner machen den größten Anteil der Bevölkerung am East-Cape aus. Vielleicht, weil sie hier noch gut unter sich sein können, weit weg von den hektischen Städten. In jedem der kleinen Orte entdecken wir typische Maori-Architektur mit den zahlreichen verzierten und wundervoll geschnitzten Holzbalken an Häusern. In einem kleinen Ort sitzt eine Frau auf der Steinmauer und spricht mit ihrer Freundin. Sie trinken ihren Tee. Die Zeit scheint still zu stehen…
Dienstag, 20. Januar 2010
Nach dem wunderschönen Sonnenaufgang am östlichsten Punkt der Erde ging die Reise weiter in Richtung Süden. Ab dem Kapp verläuft der Pacific Coast Highway etwas Inland und der Asphalt frisst sich seinen Weg durch die Täler der hunderte von Metern hohen Berge und über Bergkuppen, vorbei an wundervollen Buchten, von denen die Schönste noch gekührt werden muss. Ein „Wow-Moment“ jagt hier das andere, wir halten an den meisten Buchten, entspannen für eine Weile und setzen unsere Reise fort… Wow! Wow! Wow! Egal wohin man schaut – überall ist wow!

In Te Araroa sehen wir einen der groessten und aeltesten Pohutakawa Baeume. 350 Jahre lat ist dieser hier. Unsere Perle kann sich drunter verstecken.

Gisborne ist kaum erwaehnenswert. Die Stadt ruehmt sich als erste Stadt der Welt in einen neuen Tag zu starten... Entdeckt wurde die Stadt vom kleinen Nick, der mit Captain Cook auf der MSH Endevour unterwegs war... Es war der 9. Oktober 1769...
Für die Nacht haben wir erneut einen traumhaften Ort gefunden: Hoch über der schroffen See auf Klippen haben wir Bongo in der Waihea Bay geparkt. Bei sternenklarem Himmel steht unser Auto ganz dicht am Abgrund, rund 30 Meter unter uns rauschen die Wellen der rauhen See. Der Platz ist perfekt und exklusiv. Nur wir. Entspannen. Neuseeland.
Mittwoch, 21. Januar 2010
Mittwoch stehen auf unserer Reiseroute zahlreiche Wasserfälle und die Städte Napier und Taupo. Der Weg nach Napier führt uns vorbei durch Farmland und tiefe Wälder zurück an den Ozean. Napier ist für seine Art Deco-Architektur weit über Neuseeland hinweg bekannt. Charakterisierend für die Stadt ist auch, dass kein Haus älter als achtzig Jahre ist: Ein Erdbeben hat die ganze Stadt 1931in Schutt und Asche gelegt. Die Gegend um Napier ist bekannt und berühmt für Neuseeland-Wein. In der zweitgrößten Weinregion des Landes steht vor allem Weißwein auf dem Menu. Aber auch der Rotwein ist köstlich – wie ich beim Weintesten in der Esk Valley Winery feststelle. Meine Favoriten: der Verdelho als trockener Weißwein und Syrah (Shiraz) als pfeffrig würziger Rotwein.
Die Stadt Taupo liegt am gleichnamigen und größten See Neuseelands, dem Lake Taupo. Der Vulkankrater aus alten Zeiten ist 606 km² groß und gefüllt mit Wasser, dass sich über die massiven Huka Falls den Weg in Richtung Ozean bahnt. Abends treffen wir uns wieder mit Jeroen, Marieke und Mies, mit denen wir eigentlich am kommenden Tag eine Tageswanderung machen wollen. Doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung.
Das Tongariro Alpine Crossing gehört zu den besten Tagesmärschen auf der Welt und ist eines der Highlights in Neuseeland. Weil für die 2000 Meter hohen Gipfel aber Sturm gemeldet war, wurde Wanderern davon abgeraten, den Marsch zu machen. Besonders toll soll angeblich die Sicht über die Bergkuppen sein – und die hätte man bei miesem Wetter sowieso nicht genießen können. Leider.

Huka Falls - ein massiver Strom - 15 Meter breit, acht Meter tief.Vor den Huka FallsAbends treffen wir Mies, Jeroen und Marieke
Donnerstag, 22. Januar 2010
Andreas war so enttäuscht, dass er sich das Leben nehmen wollte: An einem Felsvorsprung in Taupo steht er an diesem regnerischen Tag – und springt in die Tiefe: 50 Meter freier Fall, der Junge erlebt wahrscheinlich sein größtes Abenteuer…: Herzlichen Glückwunsch! Andreas hat seinen ersten Bungy-Jump gemacht. Total stolz (und auch Marieke und ich, die ihn beobachtet haben waren das…) und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht: „Ja, ich glaube jetzt kann ich auch Achterbahn fahren!“ Auch ich wollte eigentlich springen. Doch weil das Wetter so mies war, hebe ich mir den Spaß für die Südinsel auf…
Wegen des miesen Wetters haben wir Taupo einen Tag früher verlassen und sind am Mount Tongariro vorbei in Richtung Wellington aufgebrochen. Der Lonely-Planet, unser geliebter Reiseführer, hat uns einen kleinen Umweg vorgeschlagen, ab vom Highway die Whanganui River Road entlang, die sich rund 100 km entlang des Whanganui Flusses schlengelt. Über die Hälfte der Straße ist Schotterpiste – doch das stört kaum. Die Szenerie wie in einem Film: Malerisch fließt der am Tongariro Berg entspringende Fluss durch das Tal, links und rechts ragen die grünen Berge meterhoch hinauf. Im Hintergrund sieht man die auch jetzt im Sommer mit Schnee bedeckten Spitzen der höchsten Berge der Nordinsel. Der traumhafte Weg führt vorbei an Städten mit den weltlichen Namen Jerusalem, London und Athen – doch die Namen trügen. Kleinste Siedlungen und ein friedvolles Schwestern-Kloster – mehr Menschen begegnen uns nicht. Abends finden wir uns auf einem tollen Aussichtspunkt über das Tal ein und genießen den Sonnenuntergang hinter den Bergkuppen.
Freitag, 23. Januar 2010 und Samstag, 24. Januar 2010
Dass Neuseeland zwischen zwei gegeneinander reibenden tektonischen Platten liegt und daher immer wieder Erdbeben verzeichnet, wissen die meisten Menschen vielleicht. Dass hier aber jährlich 15000 (fünfzehntausend!!!) Erdbeben registriert, von denen 150 sogar von Menschen gespührt werden, davon habe zumindest ich noch nichts gehört. Sogar in den vergangenen Tagen, in denen Andreas und ich in Neuseeland waren, hat es vier nennenswerte Erschütterungen gegeben… Erstaunlich. Gelernt habe ich dieses (und zahlreiche andere Dinge) im Te Pape, dem Museum von Neuseeland. Das weltweit renommierte Museum ist die beste Touristenattraktion in Werllington, der Hauptstadt des Landes, in der wir am Freitag bei Dauerregen angekommen sind. Den Nachmittag verbrachten wir daher im Museum und informierten uns über Fossilien, Erdbeben und den Vertrag von Waitangi, der den Umgang zwischen Maori und europäischen Einwanderern geregelt hat und die Maori unter die englische Krone zwang. Auch am Samstag hat sich Windy Welli (windiger Welli), wie die Stadt gerne genannt wird, von seiner besten Seite gezeigt: Starker Wind und ekelhafter Regen… Perfektes Wetter, um in der Hauptstadt das Parlament und einige Botschaften zu besichtigen. Auf der sehr informativen Tour durch das Parlament habe ich unter anderem gelernt, dass die Neuseeländer sich nicht wirklich für eine Hauptstadt entscheiden konnten. Zuerst war es Auckland – doch das war zu nördlich gelegen und für Politiker aus dem Süden damals Tagesreisen entfernt. Daher buhlten einige zentraler gelegene Städte um die Vorherrschaft. Und weil alle es sein wollten und keiner nachgab (das kennen wir woher? …), musste schließlich eine Kommission Unabhängiger entscheiden. Und jetzt der Hammer: Die Kommission war ausschließlich mit Australiern besetzt… Wer Canberra kennt, weiß, dass das nicht hätte gut gehen müssen…
Nach rund 2245 km und insgesamt schon 3245 km verabschiedet sich die Nordinsel am Samstag mit Regen. Wir sind mit Bongo, unserer Perle, gerade auf die Bluebridge-Fähre gefahren, die uns in einer drei- bis vierstündigen Überfahrt nach Picton bringen wird. Von Nord nach Süd: Auf zu neuen Abenteuern.
Moment einmal. Wer aufgepasst hat, hat es gemerkt: Das waren doch nur zwei Wochen. Zwei Inseln und sechs Wochen Zeit – da könnte man doch eigentlich drei Wochen im Norden verbringen? Eigentlich. Angeblich ist die Nordinsel aber nicht ganz so toll wie die Südinsel und so wurde uns von vielen Seiten und Reiseführern geraten, weniger Zeit auf der ersten Insel zu verbringen. Zugegebem: Teilweise war es definitiv zuuu wenig Zeit und letztlich auch ein bisschen zuuu viel und zuuu langes hinterm Steuer sitzen. Aber Andreas und ich wussten, dass wir uns darauf einlassen: Möglichst viel sehen und die Inseln „verstehen“. Das geht eben nur, indem man möglichst viel sieht. Was wir bisher gesehen haben, hat uns keineswegs enttäuscht. Neuseeland ist das Paradies, es ist schon jetzt traumhaft schön. Auch wenn wir vor allem am Ostkapp ein Wow-Moment nach dem Anderen hatten, so muss ich fairer Weise sagen, dass ich immer noch nicht komplett überwältigt bin. Vielleicht ist es ja wirklich „nur“ die Nordinsel, die alle die kalt lässt, die Australien schon von oben bis unten, von links nach rechts bereist haben? Wir werden es in den kommenden Wochen herausfinden…








































































































Hey babe!! How are you! I read your blog and I miss you!!!!!!!! Just wanted to say hi! XOXO from sweden
[...] Aktuell: Die Geburt eines neuen Tages [...]
Schöne Bilder!!! (Zugegeben mein Lieblingsteil bei deinen ellenlangen Beiträgen)
Featuring: Die Brücke an der selbst klein Pete sich den Kopf stoßen kann.. hrhrhr.. und endloses starren in ein benutztes Taschentuch (auf der Suche nach Würmern. lol.)
Lieb Dich mein Schatz
hahaha!
lol, meine Beitraege sind Schokokuchen. Die Fotos die Lasur!
Hallo Huhuuu Peter,
mesch das sind wieder Wahnsinns Bilder *Schwärm*
schön zu sehen das es Dir gut geht.
Schöne Grüße von Gaby und Maurice
aus Hamburg – Horn
[...] Schoenheit dieses majestaetischen Landes: Weit entfernt im hohen Norden hat die Reise begonnen, bevor wir am oestlichsten Punkt der Erde den Tag als erste Menschen dieses Planeten beginnen sahen. Endgueltig in den Bann des Paradieses gezogen fuehlte ich mich schliesslich auf der Suedinsel. Im [...]
[...] Andreas und ich im vergangenen Sommer durch Australien reisten, waren wir auch in Taupo. Damals waren Jeroen, Mies und Marieke dabei und wir haben das Tongariro Crossing geplant, eine der weltweit schoensten und Neuseelands [...]
[...] Andreas and I were travelling New Zealand last summer we have been to Taupo, too. We were there with Jeroen, Mies and Marieke and planned to do the Tongariro Crossing, considered one of the best one-day hikes in the world and [...]